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Bundesweiter Warntag am Donnerstag, 8. Dezember
Dienstag, 6. Dezember 2022, 15.20 Uhr
Veröffentlicht am , 15:29 Uhr | Autor: Simon Karoly
Kommandant Bruckner begrüßte neben den zahlreich erschienenen Feuerwehrangehörigen viele Ehrengäste. Unter ihnen waren Oberbürgermeister Bernd Hornikel, Landtagsabgeordneter Stephan Schwarz, Mitglieder des Gemeinderats und Ortsvorsteher, Kreisbrandmeister Pascal Dölle und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Rems-Murr, Georg Spinner. Ebenfalls anwesend waren Ehrenkommandant Jost Rube, Polizeioberrat Stephan Schlotz vom Polizeirevier Schorndorf, Markus Kurock von der DLRG Schorndorf, Nico Schüle und Heiko Schmid vom DRK Schorndorf sowie Roger Nocella, Werkleiter der Zentralen Dienste Schorndorf.
Zu Beginn gedachte die Versammlung der drei im Berichtszeitraum verstorbenen Kameraden.
Im Berichtszeitraum vom 26. September 2025 bis 18. September 2026 rückte die Feuerwehr Schorndorf zu 299 Einsätzen aus, 28 mehr als im Vorjahr:
21 Menschen konnten gerettet werden, für elf Menschen kam jede Hilfe zu spät. Bei belastenden Einsätzen unterstützt das Team der Einsatznachsorge (PSNV-E) die Einsatzkräfte. Neun Feuerwehrangehörige verletzten sich bei Einsätzen und Übungen leicht. An der Spitze der Alarmierungen stehen Brandmeldeanlagen, gefolgt von Notfalltüröffnungen und Bränden im Freien.
„Das Jahr 2026 war bis jetzt das Jahr der Flächen- und Vegetationsbrände“, so Bruckner. Teilweise wurde die Feuerwehr mehrfach am Tag alarmiert. Bewährt haben sich die Vegetationsgrundausstattung aller Löschfahrzeuge und die beiden Rollwagen Vegetations- und Waldbrandbekämpfung in Weiler und Schornbach. Auch der 2023 erstellte Waldbrandalarmplan hat sich bewährt.
Bei den größeren Flächenbränden am 7. Juli in Schornbach, am 14. Juli in Schlichten und am 14. August in Schorndorf kam erstmals der Abrollbehälter Tank/Wasser mit 6.500 Litern zum Einsatz. Der gebrauchte Container wurde Ende 2024 erworben und ist das letzte Puzzleteil der Löschwasserförderkomponente. Damit lässt sich in unterversorgten Stadtgebieten und auf Vegetationsflächen eine Löschwasserversorgung aufbauen: über lange Schlauchstrecken, im Pendelverkehr oder kombiniert. Diese Aufgabe übernehmen die Abteilungen Schornbach, Weiler und Stadt gemeinsam mit den Zentralen Diensten Schorndorf.
Immer häufiger fordern Rettungsdienst und Polizei die Feuerwehr zu Notfalltüröffnungen an. Oft können hilfsbedürftige Menschen ihre Wohnungstür nicht mehr selbst öffnen. Neu im Einsatzspektrum waren im letzten Jahr E-Call-Alarmierungen, also automatische Notrufe aus Fahrzeugen nach schweren Unfällen.
Selten, aber langwierig sind Dehnfugenbrände. Bei Flachdachsanierungen im selben Gebäudekomplex kam es im April und Juni zu mehrstündigen Einsätzen. Beim zweiten Einsatz musste in einer Arztpraxis eine Trennwand an mehreren Stellen geöffnet werden, um die Glutnester zu löschen.
Zum Stichtag engagieren sich 629 Menschen im Alter von 6 bis 96 Jahren ehrenamtlich in der Feuerwehr Schorndorf, 13 weniger als im Vorjahr:
Damit bleibt die Feuerwehr Schorndorf die personalstärkste im Rems-Murr-Kreis. Bruckner erinnerte daran, dass die Gefahrenabwehr eine kommunale Pflichtaufgabe ist. Sollte das System Freiwilligkeit nicht mehr funktionieren, bliebe diese Aufgabe bei der Stadt, dann aber deutlich teurer. Sein Appell an die politisch Verantwortlichen: „Pflegen Sie Ihre ehrenamtlichen Einsatzkräfte und schaffen Sie weiterhin ordentliche Rahmenbedingungen. Denn ohne Ehrenamtliche bei der Feuerwehr wird es brenzlig teuer.“
Im Berichtszeitraum wurden Landesehrungen verliehen: zwölfmal für 15 Jahre Einsatzdienst, je siebenmal für 25 und 40 Jahre sowie einmal für 50 Jahre. Außerdem erhielten 254 Feuerwehrangehörige die Bevölkerungsschutz-Einsatzmedaille des Landes Baden-Württemberg für ihren Einsatz beim Unwetter 2024.
Die Ausbildungsoffensive wurde fortgesetzt. Die Lehrgänge im Berichtszeitraum:
Damit wurden fast 100 Feuerwehrangehörige über den regulären Übungsdienst hinaus qualifiziert. Zwei Gruppen legten das Leistungsabzeichen in Gold ab, eine Gruppe das in Silber. Zwei weitere Gruppen trainieren für das bronzene Leistungsabzeichen, das am 24. Oktober in Schorndorf abgenommen wird.
Mit dem Spatenstich am 15. Juli 2026 hat der Bau des neuen Feuerwehrhauses begonnen. Geplant sind:
Wohnungen auf dem Dach nutzen die Fläche mitten in der Stadt zusätzlich. Zugleich wird der zentrale Ausbildungsstandort für alle Abteilungen deutlich aufgewertet.
Die Gesamtkosten liegen bei rund 22,84 Millionen Euro. Nach einem Nachbareinspruch musste das Regierungspräsidium die Baugenehmigung erteilen. Deshalb ruhten die Arbeiten von Januar bis Mai 2026. Nach aktuellem Zeitplan beträgt der Bauverzug rund drei Monate.
Fünf feuerwehrtechnische Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin führen die Geschäfte der Feuerwehr. Mit über 600 Mitgliedern und einem großen Fahrzeug- und Gerätebestand sei man mit einem mittelständischen Betrieb vergleichbar, so Bruckner. Die bisherige FSJ-Stelle fiel der Haushaltssperre zum Opfer. Die zentrale Schlauchwerkstatt betreut 13 Städte und Gemeinden mit rund 6.100 Schläuchen. Für den Neubau wendet die Stabsstelle derzeit wöchentlich 10 bis 15 Stunden auf.
Jugendfeuerwehrwart Patrick Klingenstein blickte auf ein ereignisreiches Jahr zurück:
Ein schwerer Tag war der 31. Januar 2026. Jugendfeuerwehren aus dem ganzen Kreis nahmen in Leutenbach Abschied von Frank „Franky“ Luckenbach.
Der Neubau wird die kommenden Jahre prägen. Die Ausbildungsoffensive geht weiter, denn in den nächsten Jahren verabschieden sich die geburtenstarken Jahrgänge und mit ihnen viele Funktionsträger in den „Feuerwehrruhestand“. Neue Rollwagen für Wasserschäden und Energieversorgung stehen kurz vor der Auslieferung an die Abteilung Weiler. Ein Hilfeleistungslöschfahrzeug und ein Löschfahrzeug für die Abteilung Stadt folgen Mitte 2027. Außerdem steht die Fortschreibung der Feuerwehrbedarfsplanung 2027 bis 2032 an. Sie ist Voraussetzung für weitere Landesmittel.
Zum Schluss kündigte Kommandant Jürgen Bruckner an, am 1. August 2027 in den Ruhestand zu gehen. Auch die Amtszeit des stellvertretenden Kommandanten Andreas Bihlmaier endet mit der Hauptversammlung im Herbst 2027. Gespräche über die Nachfolge sollen noch in diesem Jahr gemeinsam mit der Stadtverwaltung beginnen.
Oberbürgermeister Bernd Hornikel zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Ehrenamtlichen. Er bekräftigte den Neubau des Feuerwehrhauses und sicherte zu, sich weiterhin für das Ehrenamt einzusetzen. Kreisbrandmeister Pascal Dölle würdigte die Arbeit der Feuerwehr und warb für die Kampagne „Älles parat“ des Rems-Murr-Kreises. Sie ruft die Bevölkerung zu Eigenvorsorge und Krisenfestigkeit auf. KFV-Vorsitzender Georg Spinner sprach eine zunehmende Unverbindlichkeit in der Gesellschaft an. Zugleich spüre die Gesellschaft, dass sie auf eine Krise zusteuere.
Mit einem Musikstück der Spielmannszüge und einem gemeinsamen Essen klang die Hauptversammlung 2026 aus. Ein besonderer Dank gilt der Abteilung Oberberken für die hervorragende Ausrichtung der diesjährigen Versammlung.